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Am Sonntag, den 30.09.2007, ist in den Nachmittagsstunden unser Rudi gestorben.

Obwohl von seiner Krankheit gezeichnet, kam der plötzliche Tod doch für viele unerwartet und traf uns besonders schmerzhaft. Nahezu niemand hatte noch die Zeit, Abschied zu nehmen.

Rudi war in der alten Bochumer VfL Szene bekannt wie ein bunter Hund. Seine direkte Art auf Menschen zuzugehen, auch manchmal mit recht derben Sprüchen und Argumenten, kam bei den meisten Leuten gut an. Er stellte sich oft mit den Worten vor: „Ich bin der Rudi aus Bochum“und fragte gleich nach: „Keine Weiber hier?“

Einiges wirkte manchmal bei ihm etwas chaotisch – er kam oft von „Hölzchen auf Stöckchen“. Er hatte viele Ideen, die meist nur einen Zweck erfüllen sollten: Gutes für den VfL und vor allem für den Fan-Club zu tun.

Wer außer Rudi (natürlich mit seiner Edel) wäre wohl auf die Idee gekommen, den Namen „Bochumer Jungen“ patentieren zu lassen?

Wer würde sich als Landratte und kaum Beziehung zum Meer ein Segelboot auf Formentera kaufen, um es dann auch noch regelmäßig zu benutzen und auf den Namen “Bochumer Jungen“ zu taufen.

Es versteht sich von selbst, dass Rudi nur sehr wenige spanische Wortbrocken beherrschte und den Rest mit Händen, Füßen und San Miguel erklärte.

Sein letztes Ziel konnte er aber nicht mehr verwirklichen bzw. erleben. Er plante ein Fußballspiel der alten gegen die neue junge „Bochumer Jungen“-Fußballgarde. Diesen letzten Wunsch werden wir ihm gerne in den nächsten Monaten im Rahmen unseres Hallentrainings erfüllen. Danach werden wir uns noch auf einige Fiege Kaltschalen zusammensetzen und über vergangene und zukünftige Ereignisse des Fußballteams sprechen können.



Seit 1973 war Rudi bei den Bochumer Jungen und gehörte somit zu den ältesten Mitgliedern. Bei vielen Auswärtsfahrten und nahezu sämtlichen Heimspielen war er dabei.

Rudi war auch ein guter Fußballspieler und großartiger Mannschaftskapitän.
Weil sein „Otto“ ihn immer mehr quälte, mußte er schon vorzeitig die Fußballbühne
verlassen.

Unvergessen sind auch die ungezählten Turniere, an denen wir teilgenommen und
zusammen viel Spaß gehabt haben. Wenn ich nur an den Auftritt bei der Fan-Club Meisterschaft in Hannover denke, wird mir noch heute ganz anders. Zusammen mit seinem Kumpel „Chicago“ aus Dittmarschen/Ostfriesland ließ Rudi zu vorgerückter Stunde seine Beine aus dem 5. Stockwerk des von uns gebuchten Hotels baumeln. Den nicht gerade kleinen Menschenauflauf und die Ankunft der herbeigerufenen Feuerwehr registrierte er nur mit der Frage, ob die jetzt alle nur wegen ihm da seien.

Rudi war ein Mann für alle Fälle. Wenn jemand Hilfe brauchte, war Rudi stets da
und man konnte sich blind auf ihn verlassen. Ob Renovierungen, Umzüge, Reparaturen, Behördengänge – Rudi war immer ein zuverlässiger Ansprechpartner. Es ist kaum nachzuhalten, wieviele aus unseren Reihen im Laufe der Jahre seine Hilfe in Anspruch genommen haben.

Eines von Rudi’s Steckenpferden war die Ausrichtung von Verlosungen und Tombolas.
Ziel dieser Unternehmungen war es immer, soviel Geld wie möglich für bedürftige oder kranke Kinder herauszuholen. Die letzte Aktion startete er in Dankern, als er aus eigener Tasche Preise besorgte und den gesamten Reinerlös unserem Sparschwein zukommen ließ.

Urlaub verbrachte er meist auf seiner Lieblingsinsel Formentera. Die kleine Mittelmeerinsel war auch seine 2. Heimat. Hier kannte er Hans und Franz, lernte seine Edel 1983 kennen und lieben. Viele Tage und Wochen haben wir dort gemeinsam unsere Ferien verbracht.

Auf Formentera schließt sich auch wieder der Kreis. Am 08.10.2007 haben wir in einer Trauerfeier Abschied von Rudi genommen. Seine Asche wird im Frühjahr 2008 im Meer vor Formentera verstreut.

Mit Rudi verliert der FC einen echten Bochumer Jungen .
Machs gut alter Freund - vergessen werden wie Dich nie.



Im Herbst 2007
Lobo, Bochumer Jungen